Intelligente Neubauinstallationen wie kurze Rohrnetze, Isolierung, Zonensteuerung und effiziente Verteilungssysteme können Ihre Energierechnung um 30–50 % senken. Eine gute Planung spart jahrelang Heizkosten.
Im Neubau haben Sie als Installateur die einmalige Chance, vom Reißbrett an energieeffizient zu bauen. Was Sie jetzt richtig planen und installieren, bestimmt darüber, wie viel Energie das Haus in den kommenden Jahrzehnten verbraucht. Die zusätzlichen Investitionen in intelligente Installationen amortisieren sich oft innerhalb von fünf Jahren, während die Bewohner ein Leben lang davon profitieren.
Energieeffiziente Anlagen schonen nicht nur die Umwelt und Ihren Geldbeutel, sondern steigern auch den Wert des Hauses. Angesichts der aktuellen Energiepreise und der immer strengeren Energieetiketten wird dies immer wichtiger. Ein gut durchdachtes Installationssystem kann den Unterschied zwischen Energielabel A und B ausmachen. Auch ist ein Wandspule für Strom sehr nützlich, um es zu Hause zu haben.
Kurze Rohrnetze: weniger Verluste, mehr Komfort
Zu den größten Energieverschwendern bei herkömmlichen Anlagen zählen lange Rohrnetze. Jeder Meter Rohr bedeutet Wärmeverlust und Wartezeit, bis das heiße Wasser den Wasserhahn erreicht. Bei Neubauten können Sie dieses Problem clever lösen, indem Sie die Rohre so kurz wie möglich halten.
Planen Sie selbst Rohrleitungssysteme so dass der Heizkessel in Bezug auf die Verbrauchsstellen zentral angeordnet ist. Vermeiden Sie lange horizontale Rohre, indem Sie Badezimmer über der Küche platzieren. Verwenden Sie vertikale Schächte, um alle Nassbereiche effizient zu erreichen.
Moderne Mehrschichtrohre haben eine geringere Wärmeleitfähigkeit als Kupfer, was den Wärmeverlust verringert. Die Flexibilität bedeutet auch, dass weniger Verbindungsstücke erforderlich sind, was das Risiko von Leckagen verringert und die Installation beschleunigt.
Erwägen Sie Umwälzsysteme für große Häuser. Das bedeutet, dass jeder Wasserhahn innerhalb von Sekunden heißes Wasser hat, ohne dass literweise kaltes Wasser wegfließt. Das spart nicht nur Energie, sondern auch Wasser, was doppelt vorteilhaft ist.

Praxistipp: Verwendung Mehrschichtrohre von 16 mm für kurze Abzweige zu einzelnen Wasserhähnen – diese haben weniger Wärmeverlust als dickere Rohre.
Intelligente Zonensteuerung für optimalen Komfort
Herkömmliche Heizsysteme erwärmen das gesamte Haus auf die gleiche Temperatur. Dies ist eine Energieverschwendung, da nicht alle Räume den gleichen Wärmebedarf haben. Schlafzimmer können kühler, Wohnzimmer wärmer und selten genutzte Räume deutlich kühler sein.
Moderne smarte Thermostate können sogar aus Lebensgewohnheiten lernen. Sie senken automatisch die Temperatur, wenn niemand zu Hause ist, und sorgen dafür, dass es im Haus wieder warm ist, bevor die Bewohner nach Hause kommen. Dadurch können 10–15 % Energie eingespart werden, ohne dass der Komfort verloren geht.
Für die Zonenregelung eignet sich eine Fußbodenheizung hervorragend, da sie langsam reagiert und gleichmäßig heizt. Kombinieren Sie dies mit Heizkörpern in Räumen, die schnell aufgeheizt werden müssen, wie zum Beispiel Badezimmer.
Rohrisolierung: kleiner Aufwand, große Wirkung
Viele Installateure vergessen, Rohre zu isolieren, obwohl dies eine der kostengünstigsten Energiesparmaßnahmen ist. Nicht isolierte Rohre in unbeheizten Räumen können 20–30 % der Transportwärme verlieren.
Isolieren Sie alle Warmwasserleitungen in Kriechkellern, Kellern und anderen unbeheizten Bereichen. Auch Rohre in Außenwänden verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die Investition in Dämmmaterial amortisiert sich innerhalb einer Heizperiode.
Achten Sie auch bei Wandmontagen auf Kältebrücken. Metallhalterungen können Wärme von den Rohren ableiten. Um dies zu verhindern, verwenden Sie isolierende Zwischenlagen oder spezielle Montagematerialien.
Bei Fußbodenheizungen ist eine gute Randzonendämmung unerlässlich. Ansonsten heizen Sie das Fundament und nicht den Wohnraum. Dies kann den Unterschied zwischen einem energieeffizienten und einem energieverbrauchenden System ausmachen.
Effiziente Wärmeverteilung durch intelligentes Design
Die Art und Weise, wie Sie die Wärme verteilen, hat einen großen Einfluss auf die Effizienz. Herkömmliche Systeme mit großen Temperaturunterschieden zwischen Vor- und Rücklaufenergie. Niedertemperatursysteme sind wesentlich effizienter.
Sie entwerfen Installationsmaterialien für Niedertemperatursysteme (35-45°C statt 70-80°C). Dies erfordert zwar größere Heizkörper oder eine Fußbodenheizung, die Energieeinsparung ist jedoch erheblich. Moderne HR-Kessel arbeiten bei niedrigen Temperaturen deutlich besser.
Der hydraulische Abgleich ist für eine effiziente Verteilung von entscheidender Bedeutung. Stellen Sie sicher, dass jeder Heizkörper genau die richtige Menge heißes Wasser erhält. Überdimensionierte Rohre benötigen zum Aufheizen mehr Energie. Zu kleine Rohre verursachen Druckverlust und Komfortprobleme.

Kupplungen und Armaturen muss einen geringen Druckverlust aufweisen, um die Umwälzpumpe nicht unnötig zu belasten. Jeder unnötige Widerstand kostet Energie.
Nutzen Sie kostenlose Energie
Bei Neubauten können Sie eine Wärmerückgewinnung integrieren, die bei einer Renovierung nicht möglich ist. Erwägen Sie die Wärmerückgewinnung aus Duschwasser, Lüftungsluft oder sogar Abwasser. Diese Systeme können 20-40 % des Wärmebedarfs decken.
Ein Duschwärmetauscher fängt die Wärme des Abwassers ein und wärmt das kalte Leitungswasser vor. Die Investition ist zwar begrenzt, aber die Einsparungen sind erheblich, insbesondere in Familien, die viel duschen.
Systeme zur mechanischen Lüftung mit Wärmerückgewinnung (MVHR) entziehen der Abluft Wärme, um die Außenluft zu erwärmen. Bei gut isolierten Neubauten kann damit die Hälfte des Heizbedarfs gedeckt werden.
Auch im Neubau lassen sich Erdwärmetauscher deutlich einfacher umsetzen. Die konstante Bodentemperatur von 10–12 °C hilft sowohl beim Heizen als auch beim Kühlen.
Intelligente Strategien zur Warmwasserbereitung
Warmes Leitungswasser ist nach der Raumheizung oft der größte Energieposten. Durch kluge Strategien kann dieser Verbrauch drastisch reduziert werden, ohne dass der Komfort darunter leidet. Standort und Typ des Kessels machen einen großen Unterschied.
Platzieren Sie Heizkessel so nah wie möglich an den Entnahmestellen. Ein Heizkessel im Kriechkeller unter der Küche ist effizienter als einer auf dem Dachboden. Kurze Rohre bedeuten weniger Verluste und schnelleres Warmwasser.
Erwägen Sie mehrere kleine Heizkessel anstelle eines großen. Auf diese Weise erhitzt jeder Kessel nur Wasser für seine eigene Zone. Moderne Kleinkessel verfügen über eine hervorragende Isolierung und verlieren kaum Wärme.
Solarkessel lassen sich relativ einfach in Neubauten integrieren. Selbst in den Niederlanden können sie 40-60 % des Warmwasserbedarfs decken. Die Kombination mit einem HR-Kessel als Backup bietet das Beste aus beiden Welten.
Zukunftssichere Technologien
Neue Bauanlagen müssen Jahrzehnte halten, denken Sie also an zukünftige Entwicklungen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Installation für zukünftige Upgrades anpassungsfähig genug ist.
Smart Meter und Hausautomation werden zum Standard. Gestalten Sie Ihr System so, dass es einfach mit Sensoren und intelligenten Controllern erweitert werden kann. Dies hilft den Bewohnern, ihren Energieverbrauch zu optimieren.
Auch die Energiespeicherung wird immer interessanter, da Batterien günstiger werden. Planen Sie Platz und Anschlüsse für zukünftige Energiespeichersysteme ein, auch wenn diese noch nicht installiert sind.
PEX-Rohr-Mehrschichtrohr Systeme sind flexibel genug, um zukünftige Anpassungen ohne größere Renovierungen zu ermöglichen.
Wartung und Optimierung
Energieeffiziente Systeme erfordern eine gute Wartung, um optimal zu funktionieren. Planen Sie eine jährliche Wartung ein, um alle Komponenten zu überprüfen. Ein verstopfter Filter oder ein falsch eingestellter Regler können die Effizienz drastisch verringern.
Bringen Sie den Bewohnern bei, wie sie ihr System optimal nutzen können. Durch Fehlbedienung geht viel Energie verloren. Eine gute Anleitung und eine übersichtliche Anleitung helfen dabei, die angestrebten Einsparungen auch tatsächlich zu realisieren.
Überwachen Sie den Energieverbrauch in den ersten Jahren. Weicht es von den Erwartungen ab? Dann können Sie das System anpassen. Moderne Systeme verfügen häufig über Software-Updates, die die Effizienz verbessern können.
Häufig gestellte Fragen zu energieeffizienten Neubauanlagen
Wie viel kann ich durch energieeffiziente Installationen sparen?
Bei guter Planung können Sie im Vergleich zu Standardinstallationen 30–50 % Ihrer Energierechnung einsparen. Die genaue Ersparnis hängt von der Art des Hauses, dem Wohnverhalten und den gewählten Maßnahmen ab.
Wie lange ist die Amortisationszeit für energieeffiziente Anlagen?
Die meisten Maßnahmen amortisieren sich innerhalb von 3-7 Jahren durch geringere Energiekosten. Isolierung und kurze Rohre oft innerhalb von 2–3 Jahren, fortgeschrittene Systeme innerhalb von 5–7 Jahren.
Welche Maßnahme bringt die größte Energieeinsparung?
Eine gute Isolierung von Rohren und kurze Rohrnetze bieten oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei richtiger Anwendung kann die Zonensteuerung ebenfalls zu großen Einsparungen führen.
Sind energieeffiziente Anlagen viel teurer?
Die zusätzliche Investition beträgt in der Regel 10-20 % der Installationskosten. Dies amortisiert sich durch geringere Energiekosten und einen höheren Immobilienwert beim Verkauf.
Kann ich meine Anlage später noch energieeffizienter machen?
Einige Maßnahmen können nachträglich ergriffen werden, die meisten Möglichkeiten haben Sie jedoch beim Neubau. Eine gute Planung im Voraus ist immer effizienter als eine nachträgliche Anpassung. Nutzen Sie ausschließlich hochwertige Installationsmaterialien für zukunftssichere Lösungen.