Kalibrierer und Entgrater sind bei der PEX-Installation unverzichtbar, da sie Grate entfernen und Rohre für eine perfekte Abdichtung rundformen. Ohne diese Werkzeuge drohen Undichtigkeiten, beschädigte O-Ringe und Verstopfungen, die später zu teuren Reparaturen führen.
Sie haben gerade ein PEX-Rohr mit Ihrem Rohrschneider abgelängt. Das Rohr ist sauber und rechtwinklig geschnitten, bereit, um die Fitting aufzusetzen. Oder? Nicht ganz. Bei genauerem Hinsehen erkennen Sie an der Rohrinnenseite feine Grate. Außerdem ist das Rohr durch den Schnittvorgang leicht oval geworden und nicht mehr exakt rund. Das mag wie ein Detail erscheinen, entscheidet aber oft darüber, ob eine Verbindung dauerhaft dicht bleibt oder nach einigen Wochen oder Monaten undicht wird.
Hier kommen Kalibrierer und Entgrater ins Spiel. Zwei Werkzeuge, die oft übersehen werden, aber für professionelle PEX-Installationen unerlässlich sind. Sie sorgen dafür, dass jede Verbindung perfekt abdichtet, O-Ringe nicht beschädigt werden und Ihre Installation jahrzehntelang zuverlässig funktioniert. In diesem Artikel erklären wir, warum diese Tools unverzichtbar sind und wie sie korrekt eingesetzt werden.
Was macht ein Entgrater genau?
Ein Entgrater entfernt die beim Ablängen von PEX-Rohren entstehenden Grate. Selbst mit dem besten Rohrschneider bleiben immer kleine Unebenheiten an der Rohrinnenseite zurück. Diese Grate sind mit bloßem Auge oft kaum erkennbar, aber dennoch vorhanden.
Das Problem mit Graten ist, dass sie scharfe Kanten bilden. Wenn Sie eine Fitting in das Rohr stecken oder das Rohr über eine Fitting schieben (bei Expansionssystemen), können diese Kanten den O-Ring beschädigen. Ein beschädigter O-Ring dichtet nicht mehr zuverlässig ab. Anfangs fällt das meist nicht auf, da der Systemdruck den O-Ring noch an die Rohrwand presst. Doch im Laufe der Zeit, bei Temperatur- und Druckschwankungen, kann es zu Undichtigkeiten kommen.
Außerdem können sich abgelöste Grate im System verteilen und weitere Probleme verursachen. Sie setzen sich in Filtern fest, beschädigen Pumpen oder sammeln sich in Heizkörpern. In Trinkwasseranlagen ist dies besonders unerwünscht, denn niemand möchte Kunststoffpartikel im Trinkwasser haben.
Wie verwendet man einen Entgrater?
Die Anwendung ist einfach, erfordert aber etwas Aufmerksamkeit. Nach dem Ablängen des Rohrs führen Sie den Entgrater in die Öffnung ein und drehen ihn mehrmals. Die meisten Entgrater besitzen eine dreieckige oder konische Klinge, die die Grate sauber entfernt. Sie spüren sofort einen Widerstand, sobald die Klinge auf die Grate trifft.
Drehen Sie nicht zu kräftig, da Sie sonst zu viel Material abtragen und die Rohrwand schwächen. Ein paar ruhige Drehbewegungen genügen. Wischen Sie anschließend mit dem Finger entlang der Rohrinnenseite, um zu prüfen, ob diese glatt ist. Spüren Sie noch scharfe Kanten? Dann entgraten Sie das Rohr erneut.
Achten Sie auch auf die Außenseite des Rohrs. Manche Rohrschneider hinterlassen auch außen einen leichten Grat. Dieser muss nicht immer entfernt werden, aber bei Expansionssystemen, bei denen das Rohr nach dem Ausdehnen wieder zurückzieht, kann ein Außen-Grat zu Unregelmäßigkeiten führen.
Komplettlösung zum Entgraten
Der Diamond Kunststoff-Kalibrator mit Entgrater vereint beide Funktionen in einem praktischen Werkzeug. Perfekt für Installateure, die schnell und effizient arbeiten möchten, ohne ständig das Werkzeug wechseln zu müssen.
Wozu dient ein Kalibrator?
Der Kalibrator hat eine andere Aufgabe: Er bringt das Rohr wieder in die exakt runde Form. Beim Schneiden eines PEX-Rohres drücken Sie mit dem Rohrschneider die Rohrwände zusammen. Das Ergebnis ist, dass das Rohrende nicht mehr perfekt rund, sondern leicht oval ist. Besonders auffällig ist dies bei dünneren Wandstärken und kleineren Durchmessern.
Ein ovales Rohr passt nicht exakt auf eine runde Fitting. Es entstehen kleine Undichtigkeiten an der Dichtung. Bei Presssystemen kann die Pressbacke den Druck nicht gleichmäßig um das gesamte Rohr verteilen. Bei Expansionssystemen zieht sich das Rohr nicht gleichmäßig über die Fitting zurück. In beiden Fällen entsteht eine Verbindung, die zwar dicht erscheint, aber nicht die volle Dichtheit erreicht.
Wie wird ein Kalibrator verwendet?
Das Kalibrieren ist sogar noch einfacher als das Entgraten. Sie führen den Kalibrator in das Rohr ein, bis er vollständig in der Öffnung sitzt. Die konische Form des Kalibrators drückt die Rohrwand wieder nach außen, sodass sie perfekt rund wird. Sie spüren einen deutlichen Widerstand, wenn der Kalibrator arbeitet.
Einige Kalibratoren sind universell und verfügen über mehrere Ringe für verschiedene Durchmesser. Andere sind speziell für eine bestimmte Größe ausgelegt. Bei Uponor Systemen ist das Kalibrieren besonders wichtig aufgrund der Expansions-Technik. Das Rohr muss perfekt rund sein, um sich gleichmäßig ausdehnen und wieder zusammenziehen zu können.
Ein guter Metall-Kalibrator hält viele Jahre. Varianten aus Kunststoff sind leichter und günstiger, verschleißen jedoch schneller. Für den täglichen, professionellen Einsatz ist Metall die bessere Wahl.
Warum sind diese Werkzeuge bei Presssystemen so wichtig?
Bei Presssystemen wie Wavin Tigris M5 sind Entgrater und Kalibrator entscheidend für die Qualität der Pressverbindung. Die Fitting verfügt über einen O-Ring, der außen am Rohr abdichten muss. Beim Verpressen wird die Fitting zusammengedrückt und umschließt das Rohr.
Ist das Rohr nicht perfekt rund, entstehen an manchen Stellen größere Spalten zwischen O-Ring und Rohrwand. Die Pressbacken üben dann an einigen Punkten mehr Druck aus als an anderen. Das Ergebnis ist eine ungleichmäßige Verteilung der Presskraft. Dies führt nicht zwangsläufig sofort zu Undichtigkeiten, schwächt aber die Verbindung.
Grate sind bei Presssystemen besonders problematisch. Wenn das Rohr in die Fitting geschoben wird, streift eine scharfe Grate entlang des O-Rings. Dies kann einen kleinen Kratzer oder Einschnitt im O-Ring verursachen. Bei niedrigem Druck scheint alles dicht zu sein, doch sobald der Druck steigt oder die Temperatur erhöht wird, kann Wasser durch diesen Kratzer nach außen gedrückt werden.
Die Bedeutung der richtigen Vorbereitung
Hersteller von Presssystemen sind in ihren Montageanleitungen eindeutig: zuerst entgraten, dann kalibrieren, erst danach pressen. Dennoch wird diese Reihenfolge in der Praxis häufig ignoriert, meist aus Zeitdruck oder weil man denkt, dass es schon passt. Bis zu dem Moment, an dem Undichtigkeiten auftreten und man zum Kunden zurückkehren muss.
Ironischerweise kosten Entgraten und Kalibrieren zusammen nur wenige Sekunden zusätzliche Zeit. Es ist buchstäblich nur kurz den Entgrater eindrehen, den Kalibrierer einsetzen – fertig. Diese wenigen Sekunden können dir später Stunden an Nachbesserungen ersparen.
Warum bei Expansionssystemen wie Uponor?
Bei Uponor Expansionssystemen kommt eine andere Technik zum Einsatz, aber die Notwendigkeit zu entgraten und zu kalibrieren ist mindestens genauso wichtig. Hier wird das Rohr mit einer Expansionszange aufgeweitet, danach wird die Fitting ins Rohr eingeführt. Durch die Memory-Eigenschaften des PEX-Materials zieht sich das Rohr wieder eng um die Fitting zusammen.
Ist das Rohr nicht absolut rund, dehnt es sich auch nicht gleichmäßig aus. Einige Bereiche des Rohrs werden stärker geweitet als andere. Wenn das Rohr zurückschrumpft, entsteht eine ungleichmäßige Druckverteilung um die Fitting. Das kann zu kleinen Hohlräumen führen, in denen sich Wasser sammeln kann.
Grate sind bei Expansionssystemen weniger kritisch für den O-Ring, da die Fitting nicht durch das Rohr geschoben, sondern hineingesetzt wird. Dennoch können sich während des Betriebs lösende Grate Probleme verursachen. Sie können in Filtern landen oder den Durchfluss behindern.
Visuelle Kontrolle nach der Expansion
Ein Vorteil von Uponor ist, dass man sehen kann, ob die Verbindung korrekt sitzt. Das Rohr muss vollständig über die Fitting bis zur Markierungslinie gezogen sein. War das Rohr vor der Expansion nicht perfekt rund, sieht man manchmal, dass es schief über der Fitting sitzt oder nicht ganz bis zur Markierung reicht.
In solchen Fällen kann die Verbindung noch einmal neu hergestellt werden, bevor das Rohr vollständig zurückgeschrumpft ist. Das ist allerdings nur möglich, wenn vorher richtig kalibriert wurde. Ein ovales Rohr, das man über eine Fitting zwingt, führt immer zu Problemen – egal wie oft expandiert wird.
Verschiedene Arten von Entgratern
Einfache Handentgrater
Die gebräuchlichste Variante ist der einfache Handentgrater mit dreieckiger Klinge. Dieser wird ins Rohr gesteckt und mehrmals gedreht. Es gibt sie für bestimmte Durchmesser oder als verstellbares Modell für mehrere Größen. Vorteil: günstig und effektiv. Nachteil: Für jede Größe wird eventuell ein separates Werkzeug benötigt.
Kombinations-Entgrater
Immer beliebter werden Entgrater, die sowohl die Innen- als auch die Außenseite entgraten können. Diese verfügen über eine Klinge an beiden Enden: einen inneren Kegel für die Rohrinnenseite und einen äußeren Rand für die Außenseite. Praktisch, wenn an beiden Seiten Grate auftreten.
Elektrische Entgrater
Für großflächige Arbeiten gibt es auch elektrische Entgrater, die auf eine Bohrmaschine montiert werden. Diese sind besonders bei dickwandigen Leitungen oder harten Kunststoffen sinnvoll. Für Standard-PEX-Rohre ist das meist überdimensioniert, doch bei speziellen Anwendungen können sie viel Zeit sparen.
Verschiedene Kalibrator-Typen
Einfache kegelförmige Kalibratoren
Der Basiskalibrator ist ein Kegel mit mehreren Ringen für unterschiedliche Durchmesser. Man schiebt den Kalibrator bis zum passenden Ring in das Rohr, wodurch das Rohr wieder rund geformt wird. Einfach, effektiv und preiswert.
Metall vs. Kunststoff
Der Metall-Kalibrator ist verschleißfester und präziser. Die Maße bleiben länger konstant und das Werkzeug hält viele Jahre. Kunststoff-Kalibratoren sind leichter und schonen die Rohrwand, nutzen sich aber bei häufiger Anwendung schneller ab.
Kombi-Werkzeuge
Viele Hersteller bieten Kombi-Werkzeuge an, die Entgraten und Kalibrieren in einem Arbeitsgang ermöglichen. Das Uponor Entgrater-Kombiwerkzeug ist ein gutes Beispiel dafür. Das Werkzeug wird ins Rohr eingeführt, zum Entgraten gedreht und zum Kalibrieren ganz hineingeschoben. Das spart Arbeitsschritte und verringert das Risiko, einen Schritt zu vergessen.
Investition in Qualität zahlt sich aus
Billiges Werkzeug aus dem Baumarkt zu kaufen ist verlockend, aber gerade bei Entgratern und Kalibratoren merkt man schnell den Unterschied. Ein günstiger Entgrater hat oft eine stumpfe Klinge, die schlecht schneidet. Man muss mehr Kraft aufwenden und öfter drehen, was Zeit kostet und das Rohr beschädigen kann.
Ein billiger Kalibrator hat oft ungenaue Maße. Die Ringe sind etwas zu groß oder zu klein, sodass das Rohr nicht exakt rund wird. Oder das Material ist so weich, dass das Werkzeug schon nach wenigen Dutzend Rohren verformt und ungenau wird.
Professionelles Werkzeug von Marken wie Diamond, Uponor oder Yato kostet zwar mehr, hält aber auch viele Jahre. Die Klingen bleiben scharf, die Maße stimmen und die Arbeit geht deutlich schneller. Für Installateure, die täglich mit PEX arbeiten, amortisieren sich solche Werkzeuge meist schon nach wenigen Monaten.
Komplettes Werkzeugsortiment
Das Yato Metall-Kalibratorset bietet alles, was Sie für die gängigen PEX-Durchmesser benötigen. Mit diesem Set haben Sie immer das passende Werkzeug zur Hand, egal ob für 16 mm Fußbodenheizung oder 26 mm Hauptleitungen.
Häufige Fehler beim Entgraten und Kalibrieren
Den Schritt komplett auslassen
Der häufigste Fehler ist zugleich der gravierendste: Das Entgraten oder Kalibrieren wird komplett übersprungen. Besonders bei Zeitdruck wird dieser Schritt mit dem Gedanken ausgelassen, dass schon nichts passieren wird. Meistens klappt es, bis es einmal schiefgeht. Dann kostet ein einziger Wasserschaden mehr Zeit und Geld, als man durch das Weglassen gespart hat.
Zu wenig entgraten
Ein schneller Zug mit dem Entgrater ist besser als nichts, reicht aber oft nicht aus. Überprüfen Sie immer mit dem Finger, ob die Rohrinnenseite wirklich glatt ist. Sehen Sie noch kleine überstehende Grate? Dann erneut entgraten. Das kostet nur ein paar Sekunden extra.
Zu aggressives Entgraten
Das entgegengesetzte Problem: So kräftig entgraten, dass Sie die Rohrwand beschädigen. Der Entgrater soll Grate entfernen, aber nicht das gesamte Rohrinnere abschleifen. Führen Sie gezielte, ruhige Bewegungen aus, anstatt das Werkzeug wild hin und her zu drehen.
Falsche Reihenfolge
Manche Installateure kalibrieren zuerst und entgraten danach. Das ist nicht effektiv, denn auch der Kalibrator kann beim Durchschieben durch die ovale Öffnung kleine Grate verursachen. Die richtige Reihenfolge ist immer: zuerst entgraten, dann kalibrieren.
Vergessen, jede Rohrleitung zu bearbeiten
Bei großen Projekten mit Dutzenden Verbindungen kann es passieren, dass Sie vergessen, ein bestimmtes Rohr zu entgraten oder zu kalibrieren. Arbeiten Sie systematisch: abschneiden, entgraten, kalibrieren, das Rohr beiseitelegen, das nächste nehmen. So vermeiden Sie, dass Sie später nicht mehr wissen, welches Rohr bereits bearbeitet wurde.
Wartung von Entgratern und Kalibratoren
Diese Werkzeuge benötigen wenig Wartung, aber ein wenig Pflege verlängert die Lebensdauer erheblich. Entgrater sollten sauber gehalten werden. PEX-Reste bleiben oft an der Klinge haften und können die Schneidleistung beeinträchtigen. Wischen Sie die Klinge nach Gebrauch mit einem Tuch ab.
Überprüfen Sie die Klinge regelmäßig auf Schärfe. Eine stumpfe Klinge schneidet nicht sauber und muss stärker angedrückt werden, was das Risiko einer Beschädigung des Rohrs erhöht. Einige Entgrater verfügen über austauschbare Klingen, die Sie bei Bedarf ersetzen können.
Kalibratoren sollten lediglich sauber und trocken aufbewahrt werden. Prüfen Sie jedoch regelmäßig, ob die Maße noch stimmen. Ein Kalibrator, der durch Herunterfallen oder starke Beanspruchung verformt wurde, sorgt nicht mehr für die korrekte runde Form des Rohrs.
Bewahren Sie Ihr Werkzeug in einem trockenen Werkzeugkoffer oder einer Tasche auf. Feuchtigkeit kann Metallteile rosten lassen und Kunststoffteile spröde machen. Werfen Sie die Werkzeuge nicht lose in den Werkzeugkoffer, da sie sonst durch andere Werkzeuge beschädigt werden können.
Auswirkungen auf Garantie und Zertifizierung
Viele Hersteller von Presssystemen gewähren nur dann Garantie, wenn die Installation gemäß ihren Vorgaben durchgeführt wurde. In diesen Vorgaben steht fast immer ausdrücklich, dass Rohre entgratet und kalibriert werden müssen. Wenn Sie dies nicht tun, können Sie im Schadensfall keinen Anspruch auf Garantie geltend machen.
Bei zertifizierten Installationen, zum Beispiel in Zweckbauten oder bei Sprinkleranlagen, wird häufig kontrolliert, ob die richtigen Arbeitsschritte eingehalten wurden. Ein Prüfprotokoll kann verlangen, dass der korrekte Einbau belegt wird. Ohne Entgraten und Kalibrieren bestehen Sie solche Prüfungen nicht.
Auch für Versicherungsfälle kann das relevant sein. Kommt es zu einem Wasserschaden und der Versicherer untersucht die Ursache, kann sich herausstellen, dass die Installation nicht vorschriftsgemäß ausgeführt wurde. In diesem Fall kann der Versicherer Regress beim Installateur nehmen. Ein einfacher Entgrater für wenige Euro kann Ihnen also tausende Euro an Schadensersatzforderungen ersparen.
Alternativen und ergänzendes Werkzeug
Neben Standard-Entgratern und Kalibratoren gibt es auch spezielle Werkzeuge. Für PE-Rohre Sie haben zum Beispiel spezielle PE-Entgrater, die für das härtere Kunststoffmaterial geeignet sind. Diese funktionieren anders als PEX-Entgrater und sind nicht untereinander austauschbar.
Bei Mehrschichtverbundrohren mit Aluminiumkern ist das Entgraten besonders wichtig. Die Aluminiumschicht kann scharfe Kanten bilden, die noch problematischer sind als Grate bei herkömmlichem PEX. Verwenden Sie daher immer einen scharfen Entgrater und kontrollieren Sie besonders sorgfältig.
Zum Biegen von PEX-Rohren benötigen Sie Biegefedern. Diese verhindern Knicke, ersetzen aber nicht den Entgrater. Auch ein gebogenes Rohr muss nach dem Ablängen entgratet und kalibriert werden.
Schulung und Fachkompetenz
Die Anwendung von Entgratern und Kalibratoren erscheint einfach – und das ist sie auch, wenn man weiß, wie es geht. In der Praxis sieht man jedoch häufig, dass Einsteiger im Installationsbereich Fehler machen: zu festes Drehen, falsche Reihenfolge oder unzureichende Kontrolle der Arbeit.
Als Arbeitgeber oder erfahrener Fachmann ist es wichtig, diese grundlegenden Fertigkeiten korrekt zu vermitteln. Zeigen Sie, wie es richtig gemacht wird, erklären Sie die Bedeutung und kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Arbeit weiterhin fachgerecht ausgeführt wird. Besonders bei Auszubildenden und neuen Mitarbeitern ist diese Aufmerksamkeit unerlässlich.
Auch für erfahrene Installateure lohnt es sich, regelmäßig die eigene Arbeitsweise zu überprüfen. Sind Sie vielleicht etwas nachlässig geworden? Überspringen Sie Arbeitsschritte, weil es meistens gutgeht? Nehmen Sie sich die Zeit, Ihr Werkzeug bewusst einzusetzen. Fachkompetenz zeigt sich im Detail.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich wirklich bei jedem Rohr entgraten und kalibrieren?
Ja, bei jeder Verbindung. Auch wenn mit bloßem Auge keine Grate zu erkennen sind, sind sie fast immer vorhanden. Entgraten und Kalibrieren dauert nur wenige Sekunden und beugt potenziellen Leckagen vor. Ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung.
Kann ich ein Kombiwerkzeug verwenden oder brauche ich separate Werkzeuge?
Kombitools, die Entgraten und Kalibrieren vereinen, funktionieren sehr gut und sind praktisch, da Sie nur ein Werkzeug benötigen. Achten Sie jedoch darauf, beide Arbeitsschritte wirklich auszuführen: Zuerst drehen zum Entgraten, dann durchdrücken zum Kalibrieren.
Wie lange hält ein Entgrater oder Kalibrator?
Bei normaler Nutzung halten Metall-Kalibratoren viele Jahre, oft 10-15 Jahre. Entgrater verschleißen schneller, da die Klinge stumpf wird. Rechnen Sie mit einem Austausch nach einigen Jahren intensiver Nutzung, bei günstigen Modellen auch früher.
Was passiert, wenn ich nicht entgrate oder kalibriere?
Oft scheint zunächst alles in Ordnung, aber das Risiko für Undichtigkeiten steigt. Grate beschädigen O-Ringe, ovale Rohre dichten schlechter ab. Probleme können sofort auftreten, aber auch erst nach Monaten oder Jahren, wenn die Verbindung durch Temperatur- und Druckschwankungen geschwächt wird.
Gibt es Unterschiede bei der Anwendung zwischen Uponor- und Wavin-Tigris-Systemen?
Die Technik des Entgratens und Kalibrierens ist bei jedem Presssystem gleich. Beide Systeme erfordern ein perfekt rundes, gratfreies Rohr für eine optimale Dichtung. Der einzige Unterschied: Bei Uponor-Expansionssystemen ist das Kalibrieren möglicherweise noch wichtiger, da das Rohr sich ausdehnen und wieder zusammenziehen muss.